Verbot von Killerspielen
Die jüngste Debatte zeigt mal wieder eindrucksvoll, dass unsere Politik es nicht schafft, tief sitzende gesellschaftliche Probleme sinnvoll anzupacken. Statt z.B. Fehler in der Familien- oder Bildungspolitik zu korrigieren, werden vorschnell, ja fast schon populistisch sog. Killerspiele für die Entgleisungen von Jugendlichen als Auslöser herangezogen. Eine schöne und einfache Lösung des Problems, nicht wahr? Wenn unsere Welt doch nur so einfach wäre.







December 6th, 2006 at 5:06 pm
Was ist ein Killerspiel? In der Softwarebranche kennt jedenfalls keiner diesen Begriff. Herr Beckstein und Stoiber anscheinend schon. Und die Verbotspläne sind halt der typische CSU-Stammtischpopulismus.
Computerspiele kann man zwar verbieten aber wer sie spielen will, wird nicht gehindert werden können es tun (ach wie schön ist das Internet…).
Mehr als den Schwarzmarkt stärken, die Deutsche Wirtschaft schädigen und der schlaueren Leute Meinung über die CDU/CSU bestätigen wird das nicht bringen.
Wann werden denn endlich Autorennspiele, Actionfilme, Pornos und Brettspiele verboten - man kann sich ja hier kaum noch auf die Strasse trauen.
February 12th, 2007 at 8:21 am
[…] Nachdem gerade aus dem südlichen Deutschland immer heftiger gefordert wird, sogenannte Killerspiele zu verbieten und den Vertrieb und das Benutzen unter Strafe zu stellen, hat nun eine Studie der Universität von Rochester nachgewiesen, dass Ego-Shooter das Sehvermögen entscheidend verbessern. Man möge sich nur mal vorstellen, wieviele Unfälle im Straßenverkehr sich durch das zwangsweise Spielen von Ego-Shootern vermeiden ließen. Wie hier bereits geschrieben, stehen wir einem Verbot sehr kritisch gegenüber. […]
March 7th, 2007 at 8:50 pm
[…] Nachdem die Debatte um das Verbot von sogenannten “Killerspielen” hier in Deutschland fortwährend andauert, mehren sich die Studien, die den Zusammenhang von Computerspielen und realer Gewalt untersuchen. Die jüngste Studie des amerikanischen Soziologenverbandes widerlegt diesen Zusammenhang erneut. So gingen laut Bericht in den 10 Jahren nach der Veröffentlichung von Doom im Jahr 1993 die Verhaftungen wegen Mordes unter Jugendlichen um 77 Prozent zurück. Tatsächlich sind auch Schießereien in Schulen relativ selten, auch wenn sie große öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Selbst in den 1990ern, als die Furcht vor Gewalt in den Schulen besonders hoch war, betrug das Risiko eines Schülers, in der Schule getötet zu werden, weniger als sieben auf 10 Millionen. […]